Abschlüsse: Fortbildungsabschluss - von zuständigen Stellen geregelt

Staatlich anerkannter Abschluss, der nach einer Aufstiegsfortbildungerreicht wird. Ein bekanntes Beispiel für einen Abschluss dieser Art ist der Meister. Er eignet sich für Personen, die beruflich aufsteigen wollen und ist dann sinnvoll, wenn es keinen bundesweit einheitlich geregelten Fortbildungsabschluss gibt. Kandidaten müssen in der Regel bereits eine Berufsausbildung absolviert haben und einschlägige Berufserfahrung vorweisen können. Es gibt etwa 750 Abschlüsse dieser Art. Die Fortbildungsvorschriften werden von den so genannten zuständigen Stellenerlassen. In den meisten Fällen richten sich die Weiterbildungen an Personen, die ihre Ausbildung mit einer Prüfung an einer Handwerkskammer (HWK) oder Industrie- und Handelskammer (IHK) abgeschlossen haben.

Was sind von zuständigen Stellen geregelte Fortbildungsabschlüsse?

Das sind Abschlüsse, die meistens einzelne Kammern oder zum Teil auch andere zuständige Stellen, zum Beispiel Ministerien der Länder, Krankenkassen oder Bundesämter entwickeln. Aktiv wird eine zuständige Stelle dann, wenn sich in ihrer Region ein Bedarf an einer bestimmten Aufstiegsfortbildung samt Abschluss zeigt und es keinen bundesweit einheitlich geregelten Fortbildungsabschluss gibt. Die zuständige Stelle entwickelt dann gemäß Berufsbildungsgesetz(§ 54) bzw. Handwerksordnung(§ 42a) eine Fortbildungsvorschrift.

Welche Abschlüsse gibt es in diesem Segment?

Es gibt etwa 750 Fortbildungsabschlüsse, die einzelne zuständige Stellen entwickelt haben. Bei den Industrie- und Handelskammern und den Handwerkskammern gibt es ein dreistufiges aufeinander aufbauendes System:

  • Die Stufe 1 schließt an die Berufsausbildung an. Möglich ist zum Beispiel der Fachberater für Naturkost- und Reformwaren der IHK Bodensee-Oberschwaben.
  • Die Stufe 2 kann ebenfalls nach der Berufsausbildung angesteuert werden. Die Weiterbildungen auf dieser Ebene sind aber aufwändiger als auf der Stufe 1. Ein Beispiel ist der Baufachwirt, geregelt durch die Industrie- und Handelskammern Dresden, Magdeburg, Ostthüringen zu Gera und Köln.
  • Die Stufe 3 ist nur nach einem Abschluss auf der Stufe 2 möglich. Beispiel dafür ist der Geprüfte Betriebswirt im Kraftfahrzeuggewerbe der HWK Hildesheim-Südniedersachsen.

Die Abschlüsse beziehen sich fast immer auf eine Branche, zum Beispiel Banken, Handel und Logistik.

Für wen ist dieser Abschluss sinnvoll?

Er eignet sich für Personen, die beruflich aufsteigen wollen. Er ist eine Alternative, wenn es keinen vergleichbaren bundesweit einheitlich geregelten Fortbildungsabschluss gibt.

Ist für den Abschluss eine Prüfung zu absolvieren?

Ja. Eine Prüfung ist obligatorisch.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden?

Kandidaten müssen bereits eine Berufsausbildung absolviert haben und meist einschlägige Berufspraxis vorweisen können. Alternativ kann auch eine gleichwertige Qualifikation nachgewiesen werden, zum Beispiel ein Studienabschluss oder entsprechende Berufserfahrung. Einzelheiten zur Zulassung sind den jeweiligen Fortbildungsvorschriften zu entnehmen, die es für jeden Fortbildungsabschluss der zuständigen Stellen gibt.

Wer nimmt die Prüfung ab?

Das machen die zuständigen Stellen. In der Regel sind das Prüfungskommissionen von Handwerks-, Industrie- und Handelskammern und von den Kammern der freien Berufe oder staatliche Prüfungsämter des Bundes.

Kann man die Prüfung überall in Deutschland ablegen?

Nein. Die Prüfung ist bei der zuständigen Stelle abzulegen, die den jeweiligen Abschluss und die dazugehörige Fortbildungsvorschrift entwickelt hat.

Wie und wo können sich Interessierte auf die Abschlussprüfung vorbereiten?

Interessierte können frei wählen, bei welchem Anbieter sie die Aufstiegsfortbildung machen möchten und in welcher Form sie lernen wollen. Die Fortbildungsvorschriften machen dazu keine Vorgaben. Auf die Prüfung bereiten Kammern, kommerzielle Bildungsinstitute, Volkshochschulen und manchmal auch Fernlehrinstitute vor. Die Weiterbildung ist per Präsenzunterrichtmöglich, gegebenenfalls auch per Fernunterricht. Die Kurse sind in der Regel so angelegt, dass die Teilnahme berufsbegleitend möglich ist. Fernlehrgänge müssen von der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU)zugelassen sein.

Wie lange dauern die Weiterbildungen, die zur Prüfung führen?

Die Fortbildungsvorschriften machen keine Angaben zu Dauer und Umfang der Weiterbildungen. In einer Vereinbarung zwischen Deutschem Gewerkschaftsbund und Spitzenorganisationen der Wirtschaft wird jedoch ein Umfang von mehr als 200 Stunden „organisierten“ Lernens empfohlen. Wie bei den bundesweit einheitlich geregelten Fortbildungsabschlüssen sollte auch hier weitere Zeit für das Selbststudium eingeplant werden.

TIPP:

Für Aufstiegsfortbildungen können Sie Fördergelder beantragen, das so genannte Aufstiegs-Bafög, bisher als Meister-Bafög bekannt. Um eine Finanzspritze zu bekommen, müssen Sie bei der Auswahl auf den Stundenumfang der Fortbildung achten. Zuschüsse gibt es nur für Lehrgänge, die mindestens 400 Unterrichtsstunden umfassen. Ausführliche Informationen zum Thema bietet die Webseite Aufstiegs-Bafög. Einen Überblick über weitere Fördermittel bietet das Tool Fördermittel.

Was für ein Dokument erhält man bei erfolgreichem Abschluss?

Absolventen erhalten ein Zeugnis der zuständigen Stelle.

Auf welchem Niveau des Deutschen Qualifikationsrahmens liegt der Abschluss?

Im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR)entspricht ein Abschluss

  • auf Stufe 1 dem DQR-Niveau 5.
  • auf Stufe 2 dem DQR-Niveau 6.
  • auf Stufe 3 dem DQR-Niveau 7.

Das DQR-Niveau sollte auf dem Abschlusszeugnis angegeben sein.