Abschlüsse: Berufsabschluss nach Umschulung

Staatlich anerkannter Berufsabschluss, der nach einer Umschulung erreicht wird. Als Umschulung wird eine Aus- bzw. Weiterbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf bezeichnet. Sie ist notwendig, wenn ein Arbeitnehmer seinen ursprünglich erlernten Beruf nicht mehr ausüben kann.

Was ist ein Berufsabschluss nach Umschulung?

Das sind Abschlüsse, die per Umschulung erworben werden. Umschulungen können zum Beispiel von den Arbeitsagenturen oder Jobcentern, der Rentenversicherung oder von Berufsgenossenschaften finanziert werden, sofern eine Person in ihrem erlernten Beruf nicht mehr arbeiten kann. Gründe dafür können Krankheiten sein oder längere Arbeitslosigkeit, weil der Beruf auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr gefragt ist. Umschulungen sind in vielen betrieblichen und schulischen Ausbildungsberufen möglich.

Welche Abschlüsse sind per Umschulung möglich?

Es gibt folgende Varianten: 

  • Ein großer Teil sind Abschlüsse in staatlich anerkannten Ausbildungsberufen. Per Umschulung sind Berufsabschlüsse in den über 300 betrieblichen (dualen) Ausbildungsberufen nach Berufsbildungsgesetzbzw. Handwerksordnungmöglich. Auch schulische Ausbildungen, zum Beispiel zum Altenpfleger oder Erzieher, lassen sich in Form von Umschulungen absolvieren.
  • Darüber hinaus existiert ein bundesweit einheitlich geregelter Umschulungsabschluss (§ 58 BBiG, § 42e HwO), und zwar der Geprüfte Flugzeugabfertiger.
  • Außerdem gibt es einige Umschulungsabschlüsse, die durch zuständige Stellen geregelt sind (§ 59 BBiG, § 42f HwO), zum Beispiel die Schutz- und Sicherheitskraft und der Büropraktiker.

Für wen ist der Abschluss geeignet?

Der Abschluss ist etwas für Personen, die sich beruflich neu aufstellen müssen, weil sie in ihrem ursprünglichen Beruf nicht mehr arbeiten können.

Ist für den Abschluss eine Prüfung zu absolvieren?

Ja. Eine Abschlussprüfung ist obligatorisch. Neben dieser Prüfung existiert allerdings auch die Möglichkeit einer so genannten Externenprüfung. Sie ist etwas für Personen, die bereits fundierte Erfahrungen in einem Berufsfeld haben und führt zu einem Berufsabschluss, ohne dass eine Umschulung durchlaufen wird. Für die Zulassung zur Externenprüfung müssen Kandidaten nachweisen, dass sie über theoretische und praktische Erfahrungen in dem Beruf verfügen, in dem sie den Abschluss machen möchten. Sie nehmen dann als „Externe“ an der Abschlussprüfung teil - neben den regulären Umschülern oder Auszubildenden. Zuständige Stellen, zum Beispiel Kammern oder Berufsfachschulen, machen Kandidaten in Vorbereitungskursen fit für die Externenprüfung. Die Teilnahme daran ist zu empfehlen.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden?

In der Regel wird eine erste Berufsausbildung vorausgesetzt.

Wer nimmt die Prüfung ab?

Für die Abnahme der Prüfungen sind in der Regel die zuständigen Stellen, zum Beispiel bei den Kammern, oder staatliche Prüfungskommissionen verantwortlich.

Kann man die Prüfung überall in Deutschland ablegen?

Das ist je nach Rechtsgrundlage unterschiedlich.

  • Prüfungen, die zu Abschlüssen in anerkannten Ausbildungsberufen führen, sind in der Regel bundesweit möglich. Die Prüfung ist bei dem jeweiligen Ausbildungsinstitut abzulegen. 
  • Bei bundesweit einheitlich geregelten Umschulungen können die Prüfungen theoretisch bei allen zuständigen Stellen in Deutschland abgelegt werden. In der Praxis nehmen allerdings nicht alle zuständigen Stellen Prüfungen ab.
  • Bei Umschulungen im Regelungsbereich zuständiger Stellen sind die Prüfungen bei der zuständigen Stelle abzulegen, die den jeweiligen Abschluss und die dazugehörige Rechtsvorschrift entwickelt hat. 

Wie und wo können sich Interessierte auf die Abschlussprüfung vorbereiten?

Eine Umschulung kann auf drei Wegen stattfinden: betrieblich, überbetrieblich oder schulisch.  

  • Betriebliche Umschulungen: Sie laufen dual. Das heißt, dass die Theorie in der Berufsschule vermittelt wird, die Praxis im Betrieb. 
  • Überbetriebliche Umschulungen: Bildungsanbieter, Berufsförderungswerke etwa, bilden die Umschüler in Theorie und Praxis aus. Manchmal ergänzen Praktika in Betrieben die Umschulung.
  • Schulische Umschulungen: Die Theorie findet an Berufsfachschulen statt, die Praxis in Betrieben.

In der Regel finden Umschulungen in Vollzeit statt. Manchmal sind sie aber auch in Teilzeit möglich.

Wie lange dauern Umschulungen?

Umschulungen dauern in der Regel so lange wie die reguläre Ausbildung. Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Verkürzung möglich.

Was für ein Dokument erhält man bei erfolgreichem Abschluss?

Absolventen erhalten ein Zeugnis der Ausbildungsstätte.

Auf welchem Niveau des Deutschen Qualifikationsrahmens liegt der Abschluss?

Im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR)liegen Abschlüsse in Ausbildungsberufen auf den Niveaustufen 3 und 4.