Abschlüsse: Fortbildungsabschluss - bundesweit einheitlich geregelt

Staatlich anerkannter Abschluss, der nach einer Aufstiegsfortbildungerreicht wird. Er eignet sich für Personen, die beruflich aufsteigen wollen. Ein bekanntes Beispiel für einen Abschluss dieser Art ist der Meister. Kandidaten sollten bereits eine Berufsausbildung absolviert haben und einschlägige Berufspraxis vorweisen können. Es gibt etwa 230 bundesweit einheitlich geregelte Aufstiegsfortbildungen, die zu Abschlüssen dieser Art führen. In den meisten Fällen richten sich die Weiterbildungen an Personen, die ihre Ausbildung mit einer Prüfung an einer Handwerkskammer (HWK) oder Industrie- und Handelskammer (IHK) abgeschlossen haben.

Was sind bundesweit einheitlich geregelte Abschlüsse?

Wie der Name schon sagt: Für Abschlüsse dieser Art gibt es bundesweit einheitliche Regeln, die im Berufsbildungsgesetz(§ 53) und in der Handwerksordnung(§ 42, § 45 Abs.1, § 51a Abs. 2, § 122) beschrieben sind.  Für jeden Abschluss dieser Art gibt es eine eigene Fortbildungsordnung.

TIPP:

Ein Teil der Fortbildungsordnungen ist beim Bundesministerium für Bildung und Forschungzu finden. Der Zentralverband des Deutschen Handwerkslistet die Verordnungen für das Handwerk auf. Wer den Namen des beabsichtigten Abschlusses weiß, zum Beispiel Geprüfter Bankfachwirt, kann die Verordnung beim Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutzsuchen.  

Welche bundesweit einheitlich geregelten Abschlüsse gibt es?

Insgesamt gibt es etwa 230. Bei den Industrie- und Handelskammern und den Handwerkskammern gibt es ein dreistufiges aufeinander aufbauendes System für bundesweit einheitlich geregelte Abschlüsse.

  • Die Stufe 1 schließt an die Berufsausbildung an. Möglich sind zum Beispiel Abschlüsse zum Geprüften Fachberater oder zum KFZ-Servicetechniker.
  • Die Stufe 2 kann ebenfalls nach der Berufsausbildung angesteuert werden. Die Weiterbildungen auf dieser Ebene sind aber aufwändiger als auf der Stufe 1. Beispiele für diese Abschlüsse sind die Geprüften Fachkaufleute, Fachwirte und Meister.
  • Die Stufe 3 ist nur nach einem Abschluss auf der Stufe 2 möglich. Beispiel dafür ist der Geprüfte Betriebswirt.

Die Abschlüsse beziehen sich oft auf eine Branche, zum Beispiel Banken, Handel oder Logistik. Absolventen nennen sich beispielsweise Geprüfter Bankfachwirt oder Geprüfter Logistikmeister. Es gibt aber auch Abschlüsse, die auf den Einsatz in verschiedenen Branchen vorbereiten, zum Beispiel der Geprüfte Bilanzbuchhalter oder Controller.

Für wen ist dieser Abschluss sinnvoll?

Er eignet sich für Personen, die beruflich aufsteigen wollen und die bereits eine Ausbildung mit einer IHK- oder HWK-Prüfung abgeschlossen haben.

Ist für den Abschluss eine Prüfung zu absolvieren?

Ja. Eine Prüfung ist obligatorisch.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden?

Kandidaten müssen bereits eine Berufsausbildung absolviert haben und meist einschlägige Berufspraxis vorweisen können. Alternativ kann auch eine gleichwertige Qualifikation nachgewiesen werden, zum Beispiel ein Studienabschluss oder entsprechende Berufserfahrung. Einzelheiten zur Zulassung sind den jeweiligen Fortbildungsordnungen zu entnehmen, die es für jeden bundesweit einheitlich geregelten Abschluss gibt.

Wer nimmt die Prüfung ab?

Das machen die so genannten zuständigen Stellen. In der Regel sind das Prüfungskommissionen von Handwerks-, Industrie- und Handelskammern und von den Kammern der freien Berufe oder staatliche Prüfungsämter des Bundes.

TIPP:

Die Industrie- und Handelskammern und Handwerkskammern an Ihrem Wohnort finden Sie über den IHK-Finder  und die HWK-Suchmaske. Geben Sie einfach Ihre Postleitzahl ein.

Kann man die Prüfung überall in Deutschland ablegen?

Im Prinzip schon. Da es sich um einen Abschluss handelt, der bundesweit einheitlich geregelt ist, können Kandidaten die Prüfung theoretisch bei allen zuständigen Stellen im Bundesgebiet ablegen. In der Praxis nehmen allerdings nicht alle zuständigen Stellen Prüfungen für diese Abschlussart ab.

TIPP:

Erkundigen Sie sich bei Ihrer zuständigen Stelle, also der Kammer an Ihrem Wohnort, ob Sie die Prüfung dort ablegen können. Falls nicht, fragen Sie nach Alternativen.

Wie und wo können sich Interessierte auf die Abschlussprüfung vorbereiten?

Interessierte können frei wählen, bei welchem Anbieter sie die Aufstiegsfortbildung machen möchten und in welcher Form sie lernen wollen. Die Fortbildungsordnungen machen dazu keine Vorgaben. Theoretisch wäre es auch möglich, sich ohne Weiterbildung auf die Prüfung vorzubereiten. Das ist aber nicht unbedingt zu empfehlen. Auf die Prüfungen bereiten Kammern, kommerzielle Bildungsinstitute, Volkshochschulen und manchmal auch Fernlehrinstitute vor. Die Weiterbildung ist also per Präsenzunterrichtmöglich, gegebenenfalls auch per Fernunterricht. Die Kurse sind in der Regel so angelegt, dass die Teilnahme berufsbegleitend möglich ist. Fernlehrgänge müssen von der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU)zugelassen sein.

Wie lange dauern die Weiterbildungen, die zur Prüfung führen?

Die Fortbildungsordnungen machen keine Vorgaben zu Dauer und Umfang der Weiterbildungen. Richtwerte gibt es vom Bundesinstitut für Berufsbildung. Für Fortbildungen, die auf Abschlüsse der Stufen 1 bis 3 vorbereiten, sind einzuplanen:    

  • Stufe 1: etwa 200 Stunden Lehrveranstaltungen und 200 Stunden Selbststudium
  • Stufe 2: etwa 600 Stunden Lehrveranstaltungen und 600 Stunden Selbststudium
  • Stufe 3: etwa 800 Stunden Lehrveranstaltungen und 800 Stunden Selbststudium
TIPP:

Für Aufstiegsfortbildungen können Sie Fördergelder beantragen, das so genannte Aufstiegs-Bafög, bisher als Meister-Bafög bekannt. Um eine Finanzspritze zu bekommen, müssen Sie bei der Auswahl auf den Stundenumfang der Fortbildung achten. Zuschüsse gibt es nur für Lehrgänge, die mindestens 400 Unterrichtsstunden umfassen. Ausführliche Informationen zum Thema liefert die Webseite zum Aufstiegs-Bafög. Einen Überblick über weitere Fördermöglichkeiten bietet das Tool Fördermittel.

Was für ein Dokument erhält man bei erfolgreichem Abschluss?

Absolventen erhalten ein Zeugnis der zuständigen Stelle.

Auf welchem Niveau des Deutschen Qualifikationsrahmens liegt der Abschluss?

Im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) liegen bundesweit einheitlich geregelte Abschlüsse

  • der Stufe 1 auf dem DQR-Niveau 5.
  • der Stufe 2 auf dem DQR-Niveau 6.
  • der Stufe 3 auf dem DQR-Niveau 7.

Das DQR-Niveau sollte auf dem Abschlusszeugnis angegeben sein.