Vertragsbedingungen: Worauf Sie bei der Kursbuchung achten sollten

Die passende Weiterbildung ist gefunden? Vor der Anmeldung sollten Kunden die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Anbieters, kurz AGB, genau prüfen. Was sonst noch wichtig ist, verraten unsere sechs Tipps.

Buchung häufig per Onlineformular

Wer heute eine Weiterbildung bucht, nutzt dafür meist das Internet. Verträge, die per Post an den Teilnehmer in spe gehen und unterschrieben zurück an das Bildungsinstitut, sind selten geworden. Stattdessen halten viele Anbieter auf ihren Webseiten Onlineformulare für Anmeldung bzw. Buchung bereit. In wenigen Minuten sind dort Angaben zu Person und Zahlungsweise gemacht und mit einem Klick abgesendet. Der Vertragkommt mit der Anmelde-, Buchungs- oder Auftragsbestätigung des Anbieters zustande, die dann per E-Mail oder manchmal auch auf dem Postweg erfolgt. Für die Buchung – ob online oder offline – sollten sich Weiterbildungsinteressierte etwas Zeit nehmen, um später keine bösen Überraschungen zu erleben. Mit unseren sechs Tipps sind Sie auf der sicheren Seite.

 

Tipp 1: Allgemeine Geschäftsbedingungen kritisch prüfen

Bildungsinstitute ergänzen ihre Verträge häufig um Allgemeine Geschäftsbedingungen, kurz AGB. Das sind vorformulierte Vertragsbedingungen, die meist von den gesetzlichen Regelungen abweichen. Das ist erlaubt, sofern der Kunde nicht zu sehr benachteiligt wird und die Klauseln klar formuliert sind. Ist das nicht der Fall, sind die Klauseln unwirksam. Dann gelten automatisch die Regeln des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB), die meist kundenfreundlicher sind. Vor der Anmeldung sollten Bildungsinteressierte die AGB prüfen. Das PDF-Dokument unten hilft bei der Einschätzung. Es listet häufig verwendete Klauseln auf und zeigt, was in kritischen Fällen zu tun ist.

AGB: Welche Klauseln nicht zulässig sind

Was ist erlaubt und was nicht? Das PDF-Dokument zum kostenlosen DOWNLOAD gibt Aufschluss, zum Beispiel zu Klauseln zum Thema Leistungsänderung, Vorauszahlung und Stornopauschale.

AGB müssen ausdrücklich einbezogen sein

AGB sind nur gültig, wenn sie bei Vertragsschluss ausdrücklich in den Vertrag einbezogen sind („Es gelten unsere AGB.“). Der Abdruck auf der Rückseite des Vertrags ohne Hinweis auf der Vorderseite reicht nicht, denn der Kunde muss sehen, dass es AGB gibt. Bei einer Online-Anmeldung können die AGB aber auch außerhalb des Anmeldeformulars abgelegt sein. 

Tipp 2: Änderungswünsche schriftlich bestätigen lassen

Viele AGB-Klauseln mögen nicht rechtens und damit unwirksam sein. Doch falls es zum Streit kommt und das Bildungsinstitut auf stur schaltet, muss der Teilnehmer sein Recht vor Gericht durchsetzen. Besser ist es deshalb, kritische Vertragsbedingungen von vornherein nicht zu akzeptieren. Es empfiehlt sich also, den Anbieter vor der Anmeldung bzw. Buchung zu bitten, benachteiligende Klauseln abzuändern oder zu streichen. Änderungswünsche sollte man sich unbedingt schriftlich bestätigen lassen - bei Online-Buchungen am besten per E-Mail, bei zu unterzeichnenden Verträgen direkt auf dem Papier. Lässt sich der Anbieter nicht auf Änderungen ein, ist abzuwägen, ob man ein gewisses Risiko eingehen möchte oder die Weiterbildung lieber woanders bucht.

Tipp 3: Ausgefülltes Anmeldeformular ausdrucken

Wer im Netz bucht, sollte sich das ausgefüllte Online-Formular vor dem Klick auf „Absenden“ zur Sicherheit ausdrucken. Sofern die Buchungsbestätigung des Anbieters dann alle wichtigen Informationen enthält, kann man den Ausdruck wegwerfen. Bei Verträgen auf Papier ist es sinnvoll, eine Kopie für die eigene Ablage zu machen.

Tipp 4: Kursbeschreibung ausdrucken

Die Kursinhalte werden meist weder im Anmeldeformular noch in der Buchungsbestätigung ausführlich wiederholt. Häufig wird über die Kursnummer Bezug auf die Leistungsbeschreibung genommen. Es empfiehlt sich deshalb, die Kursankündigung bei der Buchung auszudrucken oder einen Screenshot von der Webseite zu machen, auf der Leistungen und Inhalte beschrieben sind. Im Streitfall haben Teilnehmer so einen aussagekräftigen Nachweis zur Hand.  

Tipp 5: Alle Dokumente griffbereit ablegen

Der Kurs ist gebucht? Sinnvoll ist es, alle Unterlagen zusammen abzulegen, damit sie griffbereit sind, sollte die Weiterbildung nicht halten, was sie verspricht.

TIPP:

Was Sie tun können, wenn die Weiterbildung nicht Ihren Erwartungen entspricht, verrät der Artikel Kurs reklamieren: Nicht alles hinnehmen.

Tipp 6: Beratung der Verbraucherzentralen nutzen

Wer vorhat, eine sehr teure Weiterbildung zu buchen und in den AGB seines Wunsch-Anbieters kritische Klauseln entdeckt, sollte sich an die Verbraucherzentralenwenden. Sie beraten bei Problemen mit Vertragsbedingungen.

Vertragsbedingungen bei Fernlehrgängen

Wer einen Fernlehrgang bucht, ist in der Regel vor Überraschungen nach Vertragsabschluss geschützt. Denn für Fernkurse gilt das Fernunterrichtsschutzgesetz. Danach muss jeder Kurs durch die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU)geprüft und zugelassen werden. Auf dem Prüfstand der ZFU stehen dabei auch die Fernunterrichtsverträge. Gesetzlich garantiert wird Fernlernenden zum Beispiel ein zweiwöchiges Rücktrittsrecht vom Vertrag ohne Kosten und Risiko sowie ein dreimonatiges Kündigungsrecht jederzeit nach Ablauf des ersten Halbjahres nach Vertragsschluss. Es empfiehlt sich dennoch, die AGB der Anbieter vor der Buchung genau zu studieren, denn von einigen Regelungen dürfen sie abweichen.