Suchmaschinen: Passende Weiterbildungsangebote finden

Die meisten Menschen nutzen Google oder eine andere Suchmaschine, wenn sie sich über Weiterbildungsangebote informieren wollen - das zeigt eine aktuelle Untersuchung der Stiftung Warentest. Dabei gilt: Je genauer die Suche formuliert ist, desto besser sind die Suchergebnisse. Der Weiterbildungsguide gibt Tipps, wie sich Sucherergebnisse zielgerichtet eingrenzen lassen.

Suche im Internet oder im beruflichen Umfeld

Im Frühjahr 2016 hat die Stiftung Warentest untersucht, wie Weiterbildungswillige nach entsprechenden Kursen suchen. Ergebnis: An erster Stelle stehen Internet-Suchmaschinen, danach kommen Empfehlungen aus dem beruflichen Umfeld. Spezielle Weiterbildungsdatenbanken oder Printmedien spielen bei der Informationsbeschaffung dagegen eher eine untergeordnete Rolle. Vor-Ort-Informationsangebote, beispielsweise bei Arbeitsagenturen, werden noch seltener genutzt. Auch die Sozialen Netzwerke dienen bei der Suche nach Weiterbildungsangeboten kaum als Informationsquelle.

Viele Faktoren beeinflussen die Suchergebnisse

Wer bei Google oder einer anderen Suchmaschine wie Bing, Yahoo oder T-Online eine Suchanfrage startet, sollte nie vergessen, dass er eine Maschine fragt. Eine Anfrage muss daher immer möglichst präzise gestellt werden, um ein gutes Ergebnis zu erlangen. Zudem sollte sich der Nutzer darüber im Klaren sein, dass neben der eigentlichen Suchanfrage viele Faktoren die Ergebnisse beeinflussen können. Dies können zum Beispiel nicht gelöschte Cookiessein, das eigene Klickverhalten oder die Übertragung des eigenen Standortes mittels Rechner-IP. Auch die Tatsache, dass diese Suche schon einmal am gleichen Rechner durchgeführt wurde oder der Nutzer gerade in seinem Google-Accountangemeldet ist, beeinflusst die Ergebnisse.

Suchanfrage genau formulieren

Je genauer die Suchanfrage formuliert ist, desto präziser werden die Suchergebnisse. Beispiel:

  • Wird lediglich das Wort „Englischkurs“ in das Suchfeld eingegeben, werden die Suchergebnisseeine sehr große Auswahl an Treffern anbieten, die in der Regel Kurse in ganz Deutschland auflisten. Bei einer Probesuche fanden sich für diesen Suchbegriff 304 000 Ergebnisse (siehe Bilder unten).
  • Wenn aber schon klar ist, dass der Kurs in räumlicher Nähe zum Wohn- bzw. Arbeitsort stattfinden soll, dann lohnt sich hier eine Eingrenzung, beispielsweise „Englischkurs Berlin“. Hier fanden sich bei unserer Probesuche nur noch 39 600 Suchergebnisse.
  • In großen Städten wie Berlin kann es sinnvoll sein, den Suchkreis noch weiter einzugrenzen und nach einem „Englischkurs Berlin Mitte“ zu suchen (diese Suche ergab nur noch 19 000 Treffer). Eine weitere Möglichkeit kann zum Beispiel auch die Suche nach einem „Englischkurs mit Zertifikat“ oder „Englischkurs Berlin Sprachlevel B“ sein.
Hinweis:

Ob bei der Suche die Groß- oder Kleinschreibung genutzt wird, spielt keine Rolle.

Google-Suchmaske mit dem Suchwort "Englischkurs". Es werden 304 000 Treffer ausgewiesen

Wird lediglich das Wort "Englischkurs" eingegeben, erhält man 304 000 Ergebnisse.

Google-Suchmaske mit dem Suchwort "Englischkurs Berlin". Es werden 69 600 Treffer ausgewiesen

Wird nach "Englischkurs Berlin" gesucht, werden nur noch 69 600 Ergebnistreffer angezeigt.

Google-Suchmaske mit dem Suchwort "Englischkurs Berlin Mitte". Es werden 19 000 Treffer ausgewiesen

Wird noch genauer nach "Englischkurs Berlin Mitte" gesucht, werden nur noch 19 000 Ergebnistreffer angezeigt.

Suche mit verwandten Begriffen

Lohnenswert kann es auch sein, mehrfach mit verschiedenen verwandten Begriffen zu suchen. Für die Suche nach dem Englischkurs können das Begriffe sein wie „Englisch lernen“, „Englischkurs Volkshochschule“ oder „Englischkenntnisse verbessern“. Google, Bing und einige andere Suchmaschinen geben am Ende der Seite auch verwandte Suchvorschläge vor.

Suchoptionen in Google nutzen

Eine weitere sinnvolle Möglichkeit, das Suchergebnis zu optimieren, ist die zeitliche Einschränkung: Direkt unterhalb des Sucheingabefelds bei Google finden sich verschiedene Menüpunkte. Ganz rechts ist der Punkt „Suchoption“. Unter dem Punkt „beliebige Zeit“ lassen sich eine Zeit oder ein Zeitraum festlegen. So wird verhindert, dass veraltete Angebote zu Weiterbildungskursen in den Suchergebnissen auftauchen.

Google-Suchmaske mit dem Suchwort "Englischkurs Berlin Mitte mit Zertifikat". Der Zeitraum ist auf "letzten Monat" eingegrenzt.

Wird ganz genau nach "Englischkurs Berlin Mitte mit Zertifikat" gesucht, kann der Zeitraum eingegrenzt werden.

TIPP:

Konkretisieren Sie Ihre Suchanfrage und formulieren Sie sie möglichst natürlich. Sie können bei den Suchmaschinen auch in ganzen Sätzen suchen. Die Spracheingabe bei Google und Spracherkennungssoftware wie Cortana und Siri machen es zudem möglich, die Anfrage direkt mündlich zu stellen: „Wo finde ich einen Englischkurs mit Zertifikat in Berlin?“ oder „ Wo finde ich einen zertifizierten Englischkurs in Berlin?“.

Mit Suchoperatoren die Suche weiter verfeinern

Mit sogenannten Suchoperatoren, das sind zusätzliche Wörter oder Zeichen, die bei der Eingabe genutzt werden, lassen sich die Suchergebnisse vorab eingrenzen. Eine ganze Reihe verschiedener Operatoren sind verfügbar und einige helfen auch bei der Suche nach Weiterbildungsangeboten. Hier ist eine Auswahl:

Anführungszeichen

Der simpelste Suchoperator sind die Anführungszeichen, die um die Suchanfrage herum gesetzt werden. Sie bewirken, dass die Maschine nur nach exakt dem konkreten Wort beziehungsweise der konkreten Phrase sucht. Ähnliche Begriffe werden genau so wenig berücksichtigt wie eine andere Reihenfolge der Wörter (Beispiel: "Englischkurs Berlin").

Minuszeichen

Mit dem Minuszeichen werden Begriffe ausgeschlossen, die bei der Suche nicht berücksichtigt werden sollen (Beispiel: Englischkurs Berlin –Business).

Sternchen

Das Sternchen erweitert den Suchhorizont um Begriffe, die nicht eingegeben werden, es ist eine Art Lückenfüller (Beispiel: Englischkurs Berlin *)

allintext:

Mit dem Suchoperator „allintext:“ kann gezielt nach den gewünschten Begriffen in Texten von Webseiten gesucht werden. URL, Metadaten oder Titel werden dabei nicht berücksichtigt. Der gesuchte Begriff wird – ohne Leerzeichen - direkt hinter den Operator gesetzt (Beispiel: allintext:Englischkurs Berlin).

Google-Suchmaske mit dem Suchwort "Englischkurs Berlin" (mit Anführungszeichen). Es werden 481 Treffer ausgewiesen

Wird nach "Englischkurs Berlin" gesucht und der Suchbegriff in Anführungszeichen gesetzt, werden nur noch 481 Ergebnistreffer angezeigt.

Google-Suchmaske mit dem Suchwort "Englischkurs Berlin Business" (und dem Minuszeichen). Es werden 59 200 Treffer ausgewiesen

Wird mit einem Minuszeichen nach "Englischkurs Berlin Business" gesucht, werden 59 200 Ergebnistreffer angezeigt.

Google-Suchmaske mit dem Suchwort "Englischkurs Berlin" (und dem Sternchen). Es werden 90 700 Treffer ausgewiesen

Wird mit einem Sternchen nach "Englischkurs Berlin" gesucht, werden 90 700 Ergebnistreffer angezeigt.

Google-Suchmaske mit dem Suchwort "Englischkurs Berlin" (und dem Suchoperator allintext:). Es werden 48 100 Treffer ausgewiesen

Wird mit demSuchoperator allintext: nach "Englischkurs Berlin" gesucht, werden 48 100 Ergebnistreffer angezeigt.

TIPP:

Sie können Suchoperatoren auch kombinieren. Probieren Sie es aus! So bietet es sich durchaus an, eine Suche mit allintext: und Anführungszeichen zu kombinieren (Beispiel: allintext:“Englischkurs Berlin“)

Verschiedene Suchmaschinen nutzen

Der deutsche Suchmaschinen-Markt wird klar von Google bestimmt - über 90 Prozent der Suchanfragen gehen im Jahr 2016 über diesen Anbieter. An zweiter Stelle folgt weit abgeschlagen Bing. Der Dienst von Microsoft hat 2016 etwas über 4 Prozent Marktanteil in Deutschland. Da der Suchalgorithmus bei den verschiedenen Maschinen immer etwas unterschiedlich ist, sind auch die Suchergebnisse nicht immer gleich. Es ist deshalb sinnvoll, bei der Suche nach der passenden Weiterbildung nicht nur mehrere verschiedene detaillierte Suchanfragen bei einer Suchmaschine zu stellen, sondern zwei oder drei verschiedene Suchmaschinen zu nutzen.

TIPP:

Wenn Sie verhindern möchten, dass Daten über Sie gesammelt und verwertet werden, nutzen Sie die Suchmaschinen DuckDuckGound  Metager. Diese Anbieter versprechen, keinerlei Informationen über ihre Nutzer zu speichern und keine Informationen an die aufgerufenen Seiten oder Behörden weiter zu geben. Sie nutzen das verschlüsselte https-Protokoll und sind auch über den sicheren Tor-Browserzu erreichen.

Ergebnisliste hinterfragen

Google zeigt neben den normalen - sogenannten organischen - Suchergebnissen, auch solche, für deren Platzierung die Webseitenbetreiber bezahlt haben. Diese Treffer stehen meist prominent über den organischen Ergebnissen. Sie sind zwar als werbliche Anzeigen gekennzeichnet, doch nicht immer fällt das direkt ins Auge. Einige Anbieter bringen ihre Seiten zudem mittels Suchmaschinenoptimierung(SEO) auf die vorderen Plätze. Das heißt: Die ersten Einträge der Ergebnisliste sind nicht unbedingt die am besten passenden Treffer, sondern unter Umständen die mit dem besten Marketing. Kleinere Weiterbildungsanbieter können sich das nicht immer leisten. Oft stehen sie deshalb weiter unten in der Trefferliste.

Nutzerprofil beeinflusst Ergebnis

Hinzu kommt: Mit den gesammelten Daten ihrer Nutzer erstellen die meisten Suchmaschinenbetreiber sogenannte Nutzerprofile, das heißt, die jeweilige Suchmaschine kennt die genauen Nutzergewohnheiten ihrer Besucher. So kann es sein, dass zwei Nutzer, die an ihren eigenen Rechnern nach demselben Begriff suchen, unterschiedliche Ergebnisse erhalten. Die Google-Suche wird unter anderem auch durch die eigene Such-Historie und zuletzt gestellte Anfragen beeinflusst. Hat der Nutzer einen Google-Account und ist während der Suche angemeldet, beeinflusst auch dies die Ergebnisse.

Keine strukturierte Suche möglich

Die Studie des Weiterbildungsguides der Stiftung Warentest zur weiterbildungsbezogenen Informationssuche zeigt, dass die Nutzer bei der Suche nach Weiterbildungsangeboten Google vorziehen und sowohl mit der Bedienbarkeit als auch mit den Suchergebnissen bei Google zufrieden sind. Die Studie zeigt aber auch die Grenzen von Suchmaschinen auf: Weder besteht die Möglichkeit einer strukturierten Suche über Metadaten, noch können die Ergebnisse nach eigenen Bedürfnissen sortiert werden. Auch ein Katalog ist nicht vorhanden. Spezielle Weiterbildungsdatenbanken bieten in der Regel diese Möglichkeiten.

TIPP:

Nutzen Sie sowohl Suchmaschinen als auch Weiterbildungsdatenbanken, um passende Kurse zu finden. Beschränken Sie sich dabei nicht nur auf eine Quelle. So erhalten Sie zusätzlich einen Marktüberblick und können Ergebnisse vergleichen.