Kompetenzbilanz-Verfahren

Kode Kompetenz-Diagnostik und Entwicklung

Kode besteht aus einem Fragebogen, der online oder auf Papier zu bearbeiten ist, und einer obligatorischen Beratung im Anschluss. Je nach Berater kann sie auf verschiedenen Wegen stattfinden – persönlich, telefonisch oder via Skype. Das Verfahren ist zwar grundsätzlich offen für jeden, es eignet sich aber eher für Unternehmen und ihre Mitarbeiter. Denn im Rahmen der Beratung leitet es aus den diagnostizierten Kompetenzen auch Vorschläge für die Entwicklung im Unternehmen ab.

Wie ist der Zugang zu Kode?

Über die Webseite Competenziasuchen Interessierte einen Berater, mit dem sie das Verfahren durchlaufen.

Was kostet das Verfahren?

Laut Anbieter gibt es keine festen Preise. Die Kosten legt jeder Kode-Trainer und -Berater selbst fest. Bei unseren Testpersonen, die das Verfahren samt Beratung in unserem Auftrag inkognito durchliefen, fielen die Kosten unterschiedlich hoch aus. Unsere Testpersonen zahlten 375 Euro und 690 Euro. Der dritte Tester sollte etwa 400 Euro zahlen, hatte aber offenbar Glück und durchlief das Verfahren samt Beratung aus unerklärlichen Gründen kostenlos.

Wie ist Kode aufgebaut? Wie ist es zu bearbeiten?

Im ersten Schritt ist der Fragebogen zu bearbeiten. Er umfasst 24 Aufgaben. Jede Aufgabe beschreibt eine Situation und gibt vier Aussagen vor. Der Nutzer muss die Aussagen mithilfe einer Skala von 1 („trifft am wenigsten zu“) bis 4 („trifft am besten zu“) in eine für ihn passende Reihenfolge bringen. Beispiel: „Mein Verhalten gegenüber anderen ist vor allem…

  1. …sachlich, planmäßig, von Fakten bestimmt.“
  2. …darauf gerichtet, etwas Dauerhaftes zu bewirken und andere davon zu überzeugen.“
  3. …kollegial und auf Konfliktvermeidung orientiert.“
  4. …zielstrebig und direkt zupackend.“

Nachdem der Anbieter den Fragebogen ausgewertet hat, schickt er dem Nutzer den Ergebnisbericht zu. Im zweiten Schritt folgt die Beratung. Gemeinsam mit dem Berater reflektiert der Nutzer die Ergebnisse und bespricht Möglichkeiten der weiteren beruflichen Entwicklung.

Wie sieht das Ergebnis aus?

Nutzer erhalten ein PDF-Dokument. Bei unseren Testpersonen umfasste es zwischen 18 und 41 Seiten. Der Bericht bietet verschiedene Interpretationen der Ergebnisse, regt aber auch nächste Schritte an. Er macht zum Beispiel Vorschläge, wie sich bestimmte Kompetenzen ausbauen lassen. Dafür erhält der Nutzer Aufgaben für ein Selbsttraining. Sprachlich ist der Ergebnisbericht in Teilen eine harte Nuss: Viele Erläuterungen enthalten Fremdwörter. Auch die präsentierten Grafiken sind komplex und erklärungsbedürftig.

Wie lange dauert die Bearbeitung?

Laut Anbieter sollten Nutzer rund 20 Minuten für die Beantwortung des Fragebogens und 60 bis 90 Minuten für die Beratung im Anschluss einkalkulieren. Unsere drei Testpersonen benötigten zwischen 15 und 30 Minuten für den Fragebogen. Die Beratungsgespräche dauerten zwischen knapp 30 und 120 Minuten.

Was können Nutzer über sich herausfinden? Welche Kompetenzen werden erfasst?

Über die Fragebögen misst Kode fachlicheund überfachliche Kompetenzen. Zu den überfachlichen Kompetenzen zählen zum Beispiel sozial-kommunikative Kompetenzen, also inwieweit eine Person in der Lage ist, sich mit anderen auseinanderzusetzen und wie sie in Gruppen agiert.

Wer ermittelt die Kompetenzen? Und wer schätzt ein, wie ausgeprägt sie sind?

Die Kompetenzen werden über die Bearbeitung des Fragebogens ermittelt. Ihre Bewertung erfolgt über einen hinterlegten Algorithmus. Der Nutzer schätzt seine Kompetenzen also nicht selbst ein. Der Fragebogen wird zum einen vom Nutzer selbst ausgefüllt, zum anderen kann er Personen seiner Wahl bitten, den Fragebogen ebenfalls zu bearbeiten, um auch eine Fremdeinschätzung zu erhalten.

Was ergab der Test?

Unsere Gutachter bescheinigten dem Verfahren eine mittlere Qualität, unter anderem aus folgenden Gründen: Das Verfahren gibt vor, für welche Bereiche der Nutzer seine Kompetenzen erfassen soll. Das führt dazu, dass der Nutzer nur über diese Bereiche nachdenkt und andere Kompetenzen, die er im Verlauf seines Lebens erworben hat, gedanklich nicht einbezieht. Positiv: Das Verfahren misst nicht nur Kompetenzen, sondern bietet auch kleine Trainingseinheiten, zum Beispiel um Entscheidungskraft und Zeitmanagement auszubauen oder um die eigene Initiative zu steigern. Gut außerdem: Die Beratung ist Pflicht und die Möglichkeit einer freiwilligen Fremdeinschätzung ist im Verfahren angelegt.

Bei unseren Testpersonen lag das Verfahren ebenfalls im mittleren Bereich. Der Ergebnisbericht erschien ihnen sehr komplex und erschloss sich oft erst in der Beratung. Schwerpunkt in der Beratung war in allen drei Fällen die Besprechung des Ergebnisberichts. Nur in einem Fall entwickelten Berater und Nutzer Perspektiven für den künftigen Berufsweg.

Prüfzeitraum: Dezember 2015 bis Mai 2016. Online-Veröffentlichung: Februar 2017.