Kompetenzbilanz-Verfahren

Aikompass - Ein Instrument zur Sichtbarmachung und Dokumentation informell erworbener Kompetenzen in der Metall- und Elektroindustrie

Der kostenlose Aikompass richtet sich an Fachkräfte, An- und Ungelernte sowie Arbeitsuchende in der Metall- und Elektroindustrie. Sie können damit ein individuelles Profil erstellen, das einen Lebenslauf umfasst und die bisher erworbenen Kompetenzen zusammenfasst. Das Verfahren schließt keine Beratung ein.

Wie ist der Zugang zu Aikompass?

Aikompass lässt sich über die Webseite des Anbietersstarten. Nutzer werden automatisch durch den Online-Fragebogen geführt.

Wie ist Aikompass aufgebaut? Wie ist er zu bearbeiten?

Aikompass führt den Nutzer durch fünf Themenbereiche – von den bisherigen beruflichen Stationen bis zu Freizeitaktivitäten. Jeder Bereich beginnt mit einem einführenden Text, der erklärt, worum es geht und warum es gut ist, diesen Bereich zu bearbeiten. Der Nutzer kann dann selbst entscheiden, was er ausfüllt und was nicht. Themen, die nicht interessieren, lassen sich überspringen. Die Bereiche heißen:

  • Lebenslauf: Schritt für Schritt trägt der Nutzer alle Daten für einen tabellarischen Lebenslauf  ein – von persönlichen Angaben über Berufserfahrung bis zu Weiterbildungen für Ehrenämter. Das erstellte Dokument lässt sich abspeichern und ausdrucken.
  • Fachlicher Bereich Metall- + Elektroindustrie: Der Nutzer trägt hier die Aufgaben ein, die er im Arbeitsalltag schon einmal bearbeitet hat und die er auch heute noch bewältigen könnte.
  • Fachlicher Bereich außerhalb Metall- + Elektroindustrie: In diesem Bereich geht es darum, Kompetenzen zu notieren, die außerhalb der Metall- und Elektroindustrie, also in anderen Branchen, erworben wurden.
  • Sprache/Computerkenntnisse: Hier trägt der Nutzer Fremdsprachen- und IT-Kenntnisse zusammen.
  • Freizeit: An dieser Stelle gilt es Kompetenzen festzuhalten, die sich der Nutzer außerhalb der Arbeit angeeignet hat, zum Beispiel in einem Ehrenamt oder während der Elternzeit. Das Verfahren gibt dabei verschiedene Aufgabenbereiche vor, zum Beispiel „technisch/handwerklich tätig sein“ oder „künstlerisch tätig sein“.

Wie sieht das Ergebnis aus?

Der Nutzer erhält seinen Lebenslauf und sein erarbeitetes Profil in Form eines PDF. Das Dokument lässt sich ausdrucken oder lokal auf dem eigenen Rechner abspeichern.

Wie lange dauert die Bearbeitung?

Laut Anbieter sind etwa 60 Minuten einzuplanen.

Was können Nutzer über sich herausfinden? Welche Kompetenzen werden erfasst?

Das Verfahren erfasst fachliche Kompetenzen, die in der Metall- und Elektroindustrie erworben wurden, und Kompetenzen aus anderen Branchen. Außerdem lassen sich überfachliche Kompetenzenermitteln, die zum Beispiel in der Freizeit erworben wurden, sowie Sprach- und Computerkenntnisse.

Wer ermittelt die Kompetenzen? Und wer schätzt ein, wie ausgeprägt sie sind?

Mithilfe der schriftlichen Unterlagen identifiziert der Nutzer seine Kompetenzen und schätzt sie selbst ein, in der Regel, indem er aus vorgegebenen Antworten auswählt, was auf ihn zutrifft - etwa unter "Fachlicher Bereich M+E", unter "Sprache/Computerkenntnisse" und unter "Freizeit". Beim Punkt "Fachlicher Bereich außerhalb M+E" trägt der Nutzer seine ausgeübten Tätigkeiten ein und notiert Kenntnisse und Fertigkeiten, die er dabei erworben hat. Eine Fremdeinschätzung sieht das Verfahren nicht vor.

Was ergab der Test?

Die Gutachter bescheinigten Aikompass eine mittlere Qualität. Testpersonen haben das Verfahren nicht durchlaufen. Aufgrund begrenzter Ressourcen haben wir nur die Kompetenzbilanz-Verfahren von Testpersonen ausprobieren lassen, die eine breite Zielgruppe ansprechen. Das Positive: Aikompass ist klar strukturiert und leitet die Nutzer gut bei der Bearbeitung an. Außerdem können die Nutzer selbst entscheiden, welche Bereiche sie ausfüllen und welche nicht. Manko: Eine Beratung im Anschluss sieht das Verfahren nicht vor. Sie wird zwar empfohlen, aber der Nutzer erhält keine Informationen, wie und wo er Beratungsangebote findet. Schade auch: Eine Fremdeinschätzung ist ebenfalls nicht vorgesehen. Laut Selbstdarstellung richtet sich Aikompass neben Fachkräften auch an An- und Ungelernte in der Metall- und Elektroindustrie. Ob diese Zielgruppe ohne professionelle Hilfe mit dem Verfahren zurechtkommt, ist aus Sicht der Experten fraglich.

Stand: Prüfzeitraum Dezember 2015 bis Mai 2016. Online-Veröffentlichung: Februar 2017.