Fernunterricht

Flexibel, aber nicht immer leicht

Ob Betriebs­wirt­schaft, Sprachen, Public Relations oder Haus­wirt­schaft: Zu fast allen berufs­bildenden Themen­bereichen gibt es ein Fern­unter­richtsangebot. Für Weiterbildungswillige, die ausreichend Selbstdisziplin mitbringen, um auch über einen längeren Zeitraum hinweg weitgehend allein zu lernen, kann Fernunterricht die ideale Lernform sein. Denn sie ist vor allem eins: Flexibel.

Was ist Fernunterricht?

Beim Fernunterricht sind die Teilnehmer von den Kursleitern die meiste Zeit räumlich getrennt. Der Fernschüler bearbeitet seinen Unterrichtsstoff wann und wo er will, noch dazu im eigenen Tempo. Dabei wird er pädagogisch betreut und seine Lernerfolge werden kontrolliert. In der Regel lernt er mit sogenannten Lehrbriefen. Das bedeutet, dass der Teilnehmer viel lesen und Aufgaben durcharbeiten muss, die der Lehrer korrigiert und unter Umständen auch benotet. Am Ende des Fernunterrichts steht entweder eine externe Prüfung, die zu einem staatlich anerkannten Abschluss führt. Das kann beispielsweise ein Geprüfter technischer Betriebswirt IHK sein. Alternativ kann auch ein sogenannter institutsinterner Abschluss erworben werden. Dieser kann durch Klausuren vor Ort beim Anbieter oder Heimprüfungenerlangt werden. Als Abschlussdokument erhält der Teilnehmer ein Zeugnisoder Zertifikatals Beleg für die erfolgreiche Teilnahme an der Weiterbildung.

Gut zu wissen:

Wenn der Anbieter bei seinen Schülern individuelle Lernkontrollen durchführt, unterliegt der Unterricht dem Fernunterrichtsschutzgesetz (FernUSG). Das Gesetz gibt gewisse Mindeststandards vor, zum Beispiel Kursbetreuer, die den Erfolg der Teilnehmer überwachen. Alle Fernunterrichtskurse, die diesem Gesetz unterliegen, werden von der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) geprüft und zugelassen und erhalten ein Prüf-Siegel. Zugelassene Kurse sind in der Datenbank der ZFUzu finden

Wie funktioniert Fernunterricht?

Typischerweise bekommt der Teilnehmer den Lehrstoff regelmäßig per Post zugeschickt oder elektronisch zur Verfügung gestellt und bearbeitet ihn anschließend selbstständig. Die Lehrmaterialien sind überwiegend gedruckte Studienhefte, sogenannte Lehrbriefe. Lernvideos, Übungs-CDs, DVDs, Lehrbücher, Software oder Übungsdateien können die Lehrbriefe – je nach Thema – ergänzen. Der Teilnehmer muss die Aufgabenstellungen der Lehrbriefe autonom bearbeiten und die Einsendeaufgaben an das Institut zurückschicken, wo sie der Kursleiter bewertet. Bei einigen Kursen sind zusätzlich Fallstudien zu bearbeiten oder Zwischenprüfungen abzulegen. Auch Präsenzphasen vor Ort sind manchmal Bestandteil eines Fernlehrgangs. Hier gibt es verschiedene Formen von Fernunterrichtskursen: solche mit verpflichtenden Präsenzphasen und solche, bei denen die Anwesenheit freiwillig ist und die zusätzlich angeboten werden. In dieser Zeit bereiten sich die Teilnehmer auf Prüfungen vor, wiederholen Lernstoff oder erproben in Praxisübungen bereits Gelerntes. Außerhalb der Präsenzphasen kann der Fernschüler die Lehrer telefonisch, per E-Mail oder Chat kontaktieren.

TIPP:

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Für wen ist Fernunterricht geeignet und für wen nicht?

Fernunterricht eignet sich für alle, die sich selbstgesteuert weiterbilden wollen und in der Lage sind, sich regelmäßig in ihrer Freizeit neben dem Berufsalltag die zum Lernen benötigte Zeit zu nehmen. Dafür müssen die Teilnehmer auch über einen längeren Zeitraum konsequent und diszipliniert beim Thema bleiben, denn die Kurse können bis zu vier Jahre dauern. Die Zeit, die der Fernschüler fürs Lernen einplanen sollte, variiert. Je nach Kurs können das zwischen fünf und bis zu 15 und mehr Stunden in der Woche sein. Ein ruhiger und ungestörter Arbeitsplatz mit PC ist Voraussetzung, um die Lernziele zu erreichen. Per Fernunterricht ist es nicht möglich, eine berufliche Erstausbildung zu erhalten. Auch um praktische und handwerkliche Fähigkeiten zu erlernen, ist Fernunterricht eher ungeeignet.

TIPP:

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (Bibb) hat einen Selbstbeurteilungsbogen für die Teilnahme am berufsbildenden Fernunterrichtherausgegeben. Gehen Sie die dort gestellten Fragen durch, diese bieten Ihnen eine Entscheidungshilfe bei der Frage, ob Fernunterricht die geeignete Lernform für Ihre Weiterbildung ist.

Was ist der Unterschied zwischen Fernunterricht und Fernstudium?

Meist wird einfach nur der Begriff Fernstudium gebraucht, doch ein Fernstudium ist nicht dasselbe wie ein Fernlehrgang. Der Unterschied liegt in der Art des Abschlusses. Ein Fernstudium ist ein Hochschulstudium, das mit einem akademischen Grad, etwa dem Bachelor oder Master, abgeschlossen wird. Es wird von Fernhochschulen und Präsenzhochschulen mit Fernstudiengängen angeboten. Ein Fernlehrgang hingegen ist eine Weiterbildung mit nicht-akademischem Abschluss. Anbieter sind in der Regel Fernlehrinstitute. Die Lernmethoden von Fernstudium und Fernlehrgang unterscheiden sich grundsätzlich nicht, auch im Fernstudium lernt der Studierende in erste Linie mit Studienheften. Und genau wie bei vielen Fernlehrgängen setzt auch das Fernstudium zusätzliche digitale Medien und Plattformen zur Kommunikation der Studierenden untereinander und mit ihren Lehrern ein.

Leitfaden Fernunterricht

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