Weiterbildungsdatenbanken

Gezielte Suche nach Kursangeboten

In Deutschland gibt es etwa 200 Datenbanken, die sich auf Weiterbildungsangebote spezialisiert haben. Sie sollen dem Nutzer eine strukturierte Suche ermöglichen und die verschiedenen Kursangebote vergleichbar machen. Die Stiftung Warentest hat 68 Datenbanken getestet. Hier im Weiterbildungsguide erfahren Sie, welche für wen die beste ist.

Weiterbildungsdatenbanken als Alternative zu Google

Wer im Internet nach einer passenden Weiterbildung sucht, nutzt in der Regel eine Suchmaschine. Das zeigt eine Studie der Stiftung Warentest. Demnach schätzen die Nutzer die Suche mit Google vor allem wegen der Suchmöglichkeiten und der Nutzerfreundlichkeit. Warum also Weiterbildungsdatenbanken nutzen? Weil sie häufig noch weitergehende nützliche Funktionen haben. Oft bieten sie über eine einfache Suche hinaus auch eine strukturierte Suche nach bestimmten Kategorien an und ermöglichen es dem Nutzer zum Teil auch, Ergebnisse zu vergleichen und zur späteren Nutzung abzuspeichern.

68 Weiterbildungsdatenbanken im Test

Welche Weiterbildungsdatenbanken eignen sich für wen? Es gibt bundesweite und landesweite Datenbanken, öffentlich geförderte und privat finanzierte, Datenbanken mit und ohne thematischen Schwerpunkt große und kleine – und gute und schlechte Datenbanken. Um Weiterbildungswilligen eine Orientierung zu bieten, hat die Stiftung Warentest Weiterbildungsdatenbanken unter die Lupe genommen. Die Auswahlkriterien dieses Tests finden sich unter „So testet die Stiftung Warentest“. Von den 68 getesteten Datenbanken sind 27 bundesweit ausgerichtete ohne thematischen Schwerpunkt und ohne spezielle Zielgruppen und zwei bundesweit ausgerichtete anbietergruppenspezifische Datenbanken ohne thematischen Schwerpunkt . Zudem 15 landesweite und fünf regionale Datenbanken ohne thematischen Schwerpunkt und ohne spezielle Zielgruppen, acht zum Thema Bildungsurlaub, sechs zum Thema E-Learning sowie fünf zum Thema Fernunterricht. Alle Testergebnisse sind im Tool Weiterbildungsdatenbanken zu finden. Dort können alle Ergebnisse abgerufen oder auch nach Kriterien, wie Bundesland und Schwerpunkt der Datenbank gefiltert werden. Die so erzeugte Auswahl kann sich der Nutzer dann noch in der gewünschten Reihenfolge sortieren – nach Qualitätsurteil, Schwerpunkt oder Region.

Viele der landesweiten Datenbanken schneiden gut ab

Unser Test zeigt: Es gibt viele gute Datenbanken, vor allem unter den landesweiten - sie belegen neun der ersten zehn Plätze. Bildungsmarkt Sachsen und das Hamburger Kursportal Wisy haben sogar sehr gut abgeschnitten. Im bevölkerungsstärksten Bundesland Nordrhein-Westfalen müssen Weiterbildungswillige allerdings ohne eine Weiterbildungsdatenbank auskommen, die auf ihr gesamtes Bundesland spezialisiert ist - hier gibt es nur regionale Angebote. Bei den bundesweiten Datenbanken ohne thematischen Schwerpunkt sind Emagister, Kischuni, Kursnet, Semigator, Seminarbörse, Seminarmarkt, Seminus, Springest und WIS gut, bei den auf Fernunterricht spezialisierten Datenbanken Fernstudiumcheck, Fernstudium Direkt und Kursportal Fernunterricht. Bei den Datenbanken mit Schwerpunkt auf E-Learning erreichten Edukatico und Edudip ein Gut.

Manche spezialisieren sich auf Bildungsurlaub

Unter den getesteten Weiterbildungsdatenbanken sind acht auf das Thema Bildungsurlaub spezialisierte. Davon zwei bundesweite und sechs landesweite. Auch hier hat Hamburg die Nase vorn. Die Datenbank Bildungsurlaub Hamburg hat von allen getesteten Bildungsurlaubs-Datenbanken am besten abgeschnitten und bekam dafür die Note gut. Vor allem in den Informationen über Bildungsangebote und Bildungsanbieter konnte sie überzeugen. Das schaffte ansonsten nur noch die Datenbank Anerkannte Bildungsfreistellungsveranstaltungen Rheinland-Pfalz.

Suchfunktion oft überzeugend

    Bei der Suchfunktion, dem Herzstück der Datenbank, überzeugten viele Anbieter weitgehend. Von den 68 getesteten Datenbanken erhielten 31 in diesem Gruppenurteil ein Gut oder sogar ein Sehr gut. Die Suche bot überzeugende Filter-, Sortier- und Eingrenzungsmöglichkeiten, und die Treffer enthielten relevante Informationen über die Kurse, beispielsweise Inhaltsbeschreibung, Preis und Teilnahmevoraussetzungen.

    TIPP:

    Auch wenn die Qualität der Suchergebnisse im Test oft überzeugte: Verlassen Sie sich nicht blind auf die in der Datenbank angegebenen Kursdaten, sondern sehen Sie sich zusätzlich auch die Kursinformationen direkt auf der Anbieterwebseite an.

    Nur vier treten bei Nutzerfreundlichkeit hervor

    In puncto Nutzerfreundlichkeit ist bei den meisten Datenbanken noch Luft nach oben. Hier haben wir unter anderem untersucht, ob es Probleme mit der Performance der Datenbanken gibt und ob Werbeanzeigen vorhanden sind und die Nutzung der Seite stören. Nur eine - die Vhs - erreichte ein Sehr gut, und ist damit in diesem Prüfpunkt Testbeste. Die Datenbanken Anerkannte Bildungsfreistellungsveranstaltungen Rheinland-Pfalz, Meine-vhs und WIS punkten beide immerhin noch mit einem Gut bei der Nutzerfreundlichkeit. Die meisten kamen allerdings über ein Befriedigend nicht hinaus.

    Sechs Datenbanken sind mangelhaft

    Dass eine funktionierende Suche keine Selbstverständlichkeit ist, zeigen die sechs Verlierer des Tests: die Aus- und Weiterbildungsdatenbank für die neuen Bundesländer, Bildungsurlaub.com, Eoculus, E-Learning-Suche, Jumpforward und Seminarführer-Deutschland. Bei Bildungsurlaub.com, Eoculus, Jumpforward wie auch bei Seminarführer-Deutschland sind beispielsweise unzureichende Informationen über Bildungsangebote und Bildungsanbieter der Grund für das schlechte Abschneiden. Hier fehlen beispielsweise Kursinformationen wie Inhaltsbeschreibungen, Veranstaltungsort und -zeit oder die Kursangebote sind bereits veraltet. Bei der Aus- und Weiterbildungsdatenbank für die neuen Bundesländer, E-Learning-Suche und auch Seminarführer-Deutschland macht eine schlechte Suchfunktion das Finden eines passenden Kursangebotes fast unmöglich, bei Jumpforward spuckte die Maschine teils völlig falsche Treffer aus (etwa „Geodaten“ bei der Suche nach Konfliktmanagement). Als einzige Datenbank in unserem Test schneidet Eoculus bei den Informationen über die Datenbank und über Weiterbildung mangelhaft ab. Obwohl hier eine Registrierung und Kursbuchung angeboten wird, sucht der Nutzer Allgemeine Geschäftsbedingungen oder eine Datenschutzerklärung vergebens. In den Nutzungsbedingungen findet sich zudem nur ein einziger vollständiger Satz.

    Direkte Kursbuchung und –bewertung bei einigen Datenbanken

    Neben der Grundfunktion Suche bieten viele Weiterbildungsdatenbanken zusätzlich weiterführende Informationen an, beispielsweise Informationen über finanzielle Förderung oder Wissenswertes über die unterschiedlichen Lernformen. Bei einigen ist auch eine direkte Kursbuchung oder eine Kursbewertung möglich. Diesen Service sahen die Experten der Stiftung Warentest meist kritisch: Nur bei Seminarportal konnten sie feststellen, dass die Bewertungsmöglichkeit ausschließlich solchen Nutzern vorbehalten ist, die tatsächlich einen Kurs besucht hatten.

    Welche Datenbank ist die richtige?

    Das test-Qualitätsurteil ist nur ein Kriterium bei der Entscheidung für eine Datenbank. Wichtig ist, in welchem Bundesland der Nutzer wohnt, denn die landesweiten Weiterbildungsdatenbanken listen Angebote vorranging nur für das jeweilige Bundesland auf. Da es auch etliche spezialisierte Datenbanken, beispielsweise für Fernunterricht, E-Learning oder Bildungsurlaub, gibt, kann der Nutzer hier passende Angebote finden, wenn er sich für diese Art der Fortbildung entscheidet. Das Tool Weiterbildungsdatenbanken hilft bei der Auswahl.

    TIPP 1:

    Nutzen Sie nach Möglichkeit verschiedene Datenbanken. Eine Datenbank hat nicht automatisch alle verfügbaren Angebote gelistet, sondern nur die, die in sie eingetragen wurden. Auch wenn Sie in einer spezialisierten Datenbank nach Angeboten wie Fernunterricht und Bildungsurlaub suchen, können Sie sich nicht darauf verlassen, immer alle verfügbaren Angebote zu finden. Deshalb sollten Sie stets auch in den gut getesteten bundesweiten Datenbanken nach Angeboten schauen.

    TIPP 2:

    Fragen Sie Kollegen nach Ihren Erfahrungen, nutzen Sie Internetsuchmaschinen, wie Google, Bing oder Yahoo, oder die Informationsangebote der Arbeitsagenturen.

    Stand: Mai 2017